Wer kann eigentlich Stillberaterin werden? 3 Antworten dazu.

Kann ich StillberaterIn werden?

Ob es dafür Zulassungsbeschränkungen gibt, ob es auf Frauen beschränkt sei – das sind auch häufige Fragen zum Thema. Wie schaut es aus mit den Zugangsvoraussetzungen und mit den Antworten auf: Kann ich StillberaterIn werden?

Die Grundlage: Ist StillberaterIn ein staatlich anerkannter Ausbildungsweg?

Im Grunde darf sich jedeR und jederzeit StillberaterIn nennen. Eine geschützte Berufsbezeichnung ist es in Deutschland nämlich nicht. Weder eine Ausbildung, noch nicht  einmal eigene Stillkenntnisse sind im Grunde nötig, um sich „Stillberaterin“ zu nennen.

Das macht es für ratsuchende Frauen natürlich schwierig: Woran sollen sie denn dann eine fachlich gut ausgebildete, qualifizierte StillberaterIn erkennen? Im Idealfall anhand einer qualifizierenden Weiterbildungsmaßnahme.

Aus diesem Wunsch der erkennbaren Qualifikation der Frauen heraus, sind verschiedene Ausbildungswege entstanden. Mit ganz unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen.

#1 StillberaterIn kann werden, wer gestillt hat

Insbesondere die ehrenamtlichen Stillorganisationen wie die AFS und die La Leche Liga knüpfen den Ausbildungsstart an diese Bedingung.

  1. Bei der AFS ist die Stilldauer selbst nicht wichtig. Kritische Stillstarts und sehr kurze Stillzeiten „zählen“ genauso wie lange Stillbeziehungen oder Stillerfahrungen bei vielen Kindern.
  2. Die La Leche Liga Deutschland legt Wert darauf, das Baby zuvor bis zum Beikoststart voll und danach weiter gestillt wurde. Außerdem sollte das Abstillen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Kindes erfolgt sein.

Beide ehrenamtlich engagierten Vereine lassen Ausnahmen gelten – hier ist der persönliche Kontakt mit den Zuständigen im Verein wichtig. Anrufen, Mailen oder persönlich in Stillgruppen, auf Messen oder Kongressen ansprechen kann einem hier weiterhelfen!

Und Männer? Der Grundsatz der eigenen Stillerfahrung schließt Männer zunächst von der Ausbildung zum ehrenamtlichen Stillberater aus. Auf Antrag beziehungsweise mit persönlicher Begründung steht die Ausbildung in der AFS aber auch Männern offen.

In der La Leche Liga International beweisen transgender Dads, das auch Männer im Wortsinne stillen – und wie!

#2 StillberaterIn kann werden, wer medizinische Kenntnisse hat

Wenn Stillberatung entgeltlich, sprich gegen Lohn erfolgen soll, wird in der Regel medizinisches Hintergrundwissen erwartet. Geeignete Berufe für die Verknüpfung von Stillberatung mit Lohnarbeit sind beispielsweise:

  • Hebammen & Geburtshelfer
  • Kinder- /KrankenpflegerInnen
  • GynäkologInnen & Kinderarzt/-ärztin

Für das IBLCE-Examen sind eine Menge Pflichtstunden im medizinischen Umfeld nachzuweisen. Das ist mit dem entsprechenden medizinischen Hintergrund zum einem leichter. Zum anderen steigt die Ausbildung als IBCLC auch entsprechend tief ein und erfordert explizites, medizinisches Verständnis.

Die Beratungstiefe ist bei medzinischem Hintergrundwissen oft eine andere als bei ehrenamtlichen StillberaterInnen. Damit bewegen sich die StillberaterInnen in kritischen Gewässern, insbesondere im Falle von Gedeihstörungen ist eine belastbare medizinische Einschätzung absolut notwendig. Während ehrenamtliche StillberaterInnen ohne Umschweife an den nächsten Arzt verweisen müssen, kann die Still- und LaktationsberaterIn (IBCLC) auf eigene Verantwortung (aber in enger Abstimmung mit dem behandelnden Facharzt) weiter beraten.

Auch die Anforderungen an Fortbildungen und deren Kosten bewegen sich auf einem deutlich höheren Niveau. Ein Unterpunkt zu dieser Vorraussetzung wäre also noch: StillberaterIn kann werden, wer es sich leisten kann.

Wobei mittlerweile gerade Kliniken in die Notwendigkeit einer fundiert ausgebildeten StillberaterIn investieren und die Aus- und Weiterbildungskosten teilweise oder sogar ganz tragen.

#3 StillberaterIn kann werden, wer es werden will

Das klingt jetzt etwas gestelzt, aber: Es gibt auch die Option, einfach so StillberaterIn zu werden. Genauer: StillbegleiterIn bei dem DAIS.

Weder muss zwingend eigene Stillerfahrung noch eine medizinische Grundausbildung nachgewiesen werden. Das intensive Interesse am Thema und der Wunsch, Familien in der Stillzeit zu begleiten, ist ausreichend.

Erfüllst Du die Vorraussetzungen für den einen oder anderen Weg? Dann starte doch direkt: Hier sind die Ausbildungswege zusammengefasst.

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