5 Fragen an: Anastasia (Stillspezialistin)

Unsere 5 Fragen an… gehen heute an Anastasia, die als Kinderkrankenpflegerin und Stillspezialistin zusammen mit ihrem Mann Tobias das Projekt #TeamMuttermilch gestartet hat. Und im Rahmen der Ukrainekrise ganz kurzfristig auch noch lc-help.eu aus dem Boden gestampft hat. Wenn du Stillberatung in verschiedenen Sprachen ehrenamtlich für Stillende auf der Flucht anbieten kannst oder möchtest, trag dich dort ein! Aber erst, nachdem du das Interview mit Anastasia gelesen hast 🙂

Stell dich bitte ganz kurz vor – was machst du so? Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist? Und: Bist du zufrieden mit der aktuellen Situation?

Ich bin Anastasia Heimann, dreifache Mama, Kinderkrankenpflegerin und ich arbeite freiberuflich als Stillberaterin in Hamburg. Nebenbei habe ich ein kleines Unternehmen gegründet, das Online-Stillwissen vermitteln soll: teammuttermilch.de. Die Seite betreibe ich mit meinem Mann, er ist Kinderarzt.

Ich habe nach meiner Ausbildung zur Kinderkrankenschwester und der Geburt meines ersten Kindes die Weiterbildung zur Stillberaterin gemacht, weil mich das Thema sehr interessierte und weil mich eine Stillberaterin inspirierte, mit der ich am Ende der Ausbildung häufig zusammengearbeitet habe. Sie zeigte mir, wie viel Dankbarkeit einem durch die Mütter entgegengebracht wird bei einem Thema, das von anderen im Gesundheitswesen oft eher belächelt wird.

Was macht für Dich wirklich gute Stillberatung aus? Auf welche Punkte legst du selbst besonders wert, um deine Stillenden optimal zu begleiten?

Eine gute Stillberatung macht für mich vor allem das empathische Zuhören aus, um die spezielle Situation der Familie genau zu erfassen. Es hilft nicht immer, Druck zu machen, dass dies und jenes nun unbedingt getan werden muss, um das einzig wahre Ziel „100% Stillen“ zu erreichen. Man muss auf die Bedürfnisse und Wünsche der Familien, vor allem natürlich der Mütter eingehen, die diesen selbst gar nicht immer von Anfang an bewusst sind.

Es gilt dann, zielführende, manchmal schrittweise Lösungen vorzuschlagen, die die Mütter in schwierigen Situationen nicht noch zusätzlich überfordern. Man sollte versuchen herauszufinden, was einer Familie guttut.

Welche drei Punkte würdest du einer Stillberaterin in Ausbildung ans Herz legen? Wie schätzt du die verschiedenen Ausbildungsformen und Wissensstände der Stillberatungsorganisationen ein?

In der Stillberatung gehen meiner Meinung nach drei Dinge Hand in Hand: Dass man Empathie mit den zu beratenden Familien hat, dass man sich ein großes Fachwissen aneignet um wirklich optimal beraten zu können und dass man sich eben auch seiner Grenzen bewusst ist und weiß, wann man eine Familie an eine andere Expertin weiterverweisen sollte.

Was die Organisationen angeht kann ich nur über das Ausbildungszentrum Laktation und Stillen sprechen, wo ich meine Weiterbildung gemacht habe. Hier fand ich das Niveau der Weiterbildung sehr hoch, was vor allem auf die dort tätigen Expertinnen und deren geballte Erfahrung und Fachwissen (und Freundlichkeit) zurückzuführen ist.

Was ist deine Lieblingsfrage einer ratsuchenden Stillenden – und warum?

„Oh hallo Anastasia, wie geht’s dir?“, und zwar dann, wenn ich die ehemals ratsuchenden Mütter Monate später zufällig im Park oder auf der Straße treffe und sich die Probleme von damals in Luft aufgelöst und schon viele Wochen glücklicher Stillzeit hinter der Familie liegen 🙂

Was ist für deinen Alltag als Stillberaterin absolut unverzichtbar? Und natürlich vor allem: Warum ist es unverzichtbar

Kein spezifisches Produkt. Vielleicht meine Augen und Ohren? Genau zuzuhören und die Brust und das Stillen anzusehen kann in den meisten Fällen helfen, das Problem zu erfassen, um dann eine Lösung zu erarbeiten.

Veröffentlicht am
Kategorisiert in Interviews

Von Sabrina

Stillberaterin, Trageberaterin, Fachkraft für formulaernährte Säuglinge; Coffeeholic & Content Writerin